DEUTSCHLANDPOLITIK

Der staatliche Raubzug gegen die Mittelschicht

14. Juli 2009 · 13 Kommentare

Die fleißig arbeitende Mittelschicht ist Hauptopfer des staatlichen Steuerraubzuges

Die fleißig arbeitende Mittelschicht ist Hauptopfer des staatlichen Steuerraubzuges

Der Staat holt sich seinen ungebremst steigenden Finanzbedarf dort, wo etwas zu holen ist. Und das ist nicht bei den Geringverdienern und auch nicht bei den Großverdienern. Zahlmeister der Nation ist eine ständig sinkende Zahl von mittleren Einkommensempfängern, zumeist im Angestelltenverhältnis. Dies entdeckt heute in einem lobenswerten Artikel keine geringere als die ehemals konservative WELT. Anlaß: Seit heute Morgen 8.42 Uhr wird zurückverdient. Wie jedes Jahr machte die Meldung des Steuerzahlerbundes uns darauf aufmerksam, dass wir vom 1. Januar des laufenden Kalenderjahres an bis jetzt nur für Steuern, Abgaben und Gebühren gearbeitet haben.

Die beachtliche Schlussfolgerung der WELT: Wenn der letzte Mittelständler geschröpft, dem letzten Facharbeiter nichts mehr von einer Lohnerhöhung übrig gelassen wird, dann werden die Sozialapostel in den Volksparteien vielleicht einsehen, dass man nur verteilen kann, was vorher an Wertschöpfung erzielt wird.

Der Staat holt sich seinen ungebremst steigenden Finanzbedarf dort, wo etwas zu holen ist. Und das ist nicht bei den Geringverdienern und auch nicht bei den Großverdienern. Zahlmeister der Nation ist eine ständig sinkende Zahl von mittleren Einkommensempfängern, zumeist im Angestelltenverhältnis.

Seit heute Morgen 8.42 Uhr wird zurückverdient. Es ist jedes Jahr die gleiche, im Grunde entwürdigende Nachricht zur Jahresmitte: Eine Meldung des Steuerzahlerbundes macht uns darauf aufmerksam, dass wir vom 1. Januar des laufenden Kalenderjahres an bis jetzt nur für Steuern, Abgaben und Gebühren gearbeitet haben.

Wir? Das meint den durchschnittlichen Steuerzahler – aber wer ist das? In Wirklichkeit eine Minderheit, die vom Staat – und wer wiederum ist das eigentlich? – jedes Jahr ein bisschen mehr ausgepresst wird. Dieses Jahr eine glatte Woche länger als letztes Jahr übrigens.

Natürlich kann man sich darüber streiten, ob man in die vom Steuerzahlerbund zusammengerechnete Halbjahres-Fron Krankenkassenbeiträge, Arbeitslosenversicherung und Rentenbeiträge hineinrechnen darf. Schließlich werden damit Ansprüche auf Leistungen begründet, die ja zum Teil tatsächlich in Anspruch genommen werden (können). Tatsache bleibt aber, dass die Gesamtbelastung weiter ständig steigt – und von einer immer kleineren Zahl von Menschen in der Mitte der Gesellschaft getragen werden muss.

Denn der Staat holt sich seinen ungebremst steigenden Finanzbedarf dort, wo etwas zu holen ist. Und das ist nicht bei den Geringverdienern (was soll er da holen?) und auch nicht bei den Großverdienern. Von denen gibt es nämlich einfach nicht genug, als dass es der Rede wert wäre. Das behauptet nur Oskar Lafontaine und seine Linkspartei – wider besseren Wissens.

Zahlmeister der Nation ist eine ständig sinkende Zahl von mittleren Einkommensempfängern, zumeist im Angestelltenverhältnis. Der Wirtschaftsjournalist Marc Beise – als Wirtschaftsressort-Chef einer großen süddeutschen Zeitung sicherlich jeder „neoliberalen Propaganda“ unverdächtig – hat in einem jetzt gerade erschienenen Buch diese Entwicklung auf den Punkt gebracht:

Die Gruppe derer, die zwischen 50 und 150 Prozent des mittleren Einkommens verdienen, schrumpft dramatisch. Bis in die 70er-Jahre machte sie noch 74 Prozent der Bevölkerung aus. Vor zwei Jahren waren es nur noch 54 Prozent. Und diese Mittelschicht ist der Hauptleistungsträger der Gesellschaft, der all die Wohltaten – von der Sozialhilfe über die Rentenversicherung (ein Viertel des Staatshaushaltes) bis zum Steuerzuschuss für die Gesundheitsversorgung (mittlerweile 14 Milliarden pro Jahr aus Steuermitteln, Tendenz stark steigend) aus dem laufenden Einkommen heraus abführt. Bis heute Morgen 8. 42 wie gesagt – im Durchschnitt.

Was natürlich nach Adam Riese heißt, dass für diese sinkende Zahl der Leistungsträger die Zeit der Fron-Arbeit bis weit in den Herbst hineinreicht. Während die Mehrheit der Einkommensbezieher schon viel früher im Jahr – auf Kosten der Mittelschicht – sich ihres Einkommens tatsächlich selbst erfreuen kann.

Diese Fiskalpolitik hat also einen Konstruktionsfehler, den man in der Ökologie als ein sich selbst aufzehrendes System bezeichnet, oder – im Schröder-Deutsch: nicht nachhaltig. Denn was wird der Fiskus denn machen, wenn diese Mittelschicht so zusammen geschmolzen ist, dass sie den weiter steigenden Finanzbedarf des Staates – sprich der Wenigverdiener – nicht mehr befriedigen kann?

Diese Wenigverdiener sind es nämlich, die das Gemeinwesen mit ihren Wohlstands- und Versorgungserwartungen in den Bankrott treiben. Mittlerweile sind es so viele, dass keine große Partei mehr an Ihnen vorbei kommt, wenn sie Wahlen gewinnen will. Längst sind die direkten und indirekten Empfänger staatlicher Leistungen (also in Wahrheit des Steueraufkommens) in der Mehrheit. Eine von staatlicher Sozialpolitik selbst geschaffene Mehrheit, gegen die niemand mehr regieren kann.

Eine der großen Enttäuschungen ist in diesem Zusammenhang die Union, die sich sehenden Auges dieser Dynamik hingegeben hat. Wenn jetzt im Wahlkampf der CSU endlich einfällt, Steuererleichterungen auf die Agenda zu setzen, so ist das nichts als Augenwischerei. Stichworte wie „kalte Progression“ und „Mittelstandsbauch“ – also die unverhältnismäßige Abschöpfung von Einkommenszuwächsen von Handwerken, Beamten und Facharbeitern – machen seit langem die Runde. Sehenden Auges hat die große Koalition eine weitere Ausplünderung des Mittelstandes – höhere Angestellte zahlen inzwischen Spitzensteuersätze – zugelassen. Damit wird zugelassen, dass der Sozialstaat den Ast absägt, auf dem er sitzt.

Wenn der letzte Mittelständler geschröpft, dem letzten Facharbeiter nichts mehr von einer Lohnerhöhung übrig gelassen wird, dann werden die Sozialapostel in den Volksparteien vielleicht einsehen, dass man nur verteilen kann, was vorher an Wertschöpfung erzielt wird.

Lang hat es gedauert, bis dies endlich einmal ausgesprochen wurde. Hoffentlich wird aus dieser Ausnahme nun die Regel. Die Menschen, welche diesen Staat mit ihrem Fleiß aufrecht halten, verdienen eine viel stärkere Lobby.

Der Artikel widerlegt auch die verlogenen Sprüche linker Krawallmacher und Stützeschnorrer, wenn sie bei ihren Radauveranstaltungen skandieren „Wir zahlen nicht für Eure Krise“. Die Schicht, welche auf diese Art und Weise auf der Straße Krawall macht, hat noch nie für irgendetwas bezahlt. Gezahlt haben immer diejenigen, welche im Büro fleißig in die Tasten hauen, während die Linksideologen draußen in die Megaphone blöken und von der Umverteilung „von unten nach oben“ phantasieren. Umverteilt wird in Wahrheit von der Mitte, und zwar vor allem nach unten.

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Kategorien: Politik · Wirtschaft
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13 Antworten bis hierher ↓

  • Besto // 14. Juli 2009 um 15:36

    Von wegen, von den Großverdienern gibt es lt. Lafontaine nicht genug.
    Es sind zwar wenige, die aber so unermesslich reich sind, dass es für alle langen würde ohne dass die Ihren Lebensstandard groß herabsetzen müssten.
    Guckst Du hier:
    http://www.crp-infotec.de/01deu/vermoegensverteilung.html

    Moderation: Und die möchten Sie jetzt endlich enteignen und ihr Vermögen den Millionen treuen Genoßen des Arbeiter- und Bauernparadieses zuführen?

  • Mekkaschwein // 14. Juli 2009 um 16:12

    Ein Artikel der Extraklasse. Aber die Welt hört leider bei bestimmten Themen auf zu denken.

    Die Welt:“Denn was wird der Fiskus denn machen, wenn diese Mittelschicht so zusammen geschmolzen ist, dass sie den weiter steigenden Finanzbedarf des Staates – sprich der Wenigverdiener – nicht mehr befriedigen kann?“

    Vielleicht wird die Bundesregierung dann mal endlich damit aufhören, ungebremst Unterschichten nach Deutschland einwandern zu lassen, die unser Sozialsystem mehrheitlich abschöpfen.

  • Mekkaschwein // 14. Juli 2009 um 17:28

    @Besto

    Es ist statistisch erwiesen, daß die Steuerlast mehrheitlich bei der Mittelschicht liegt. Daran können auch abgenutzte linke Phrasen nichts ändern. Zum dem gibt es viele Spitzenverdiener, die (in)direkt Arbeitsplätze durch ihren Fleiß schaffen. Würde der Staat sie weiter abschöpfen, käme doch keiner mehr auf den Gedanken die Verantwortung für ein Unternehmen in die Hand zu nehmen.
    Dann möchte ich Sie mal mit ihrem sozialistischen Gedankengut sehen. Denn Arbeit funktioniert durch das Leistungsprinzip, hat das nicht mehr oberste Priorität, ist die Motivation dahin. Oder würden Sie für ein, meinetwegen, Einheitsgeld, mehr Verantwortung übernehmen?
    Zum Versager Lafontaine vielleicht noch eins, warum geht er denn nicht mit gutem Beispiel voran, und gibt von seinem kapitalistischen Vermögen der ärmeren Schicht etwas ab? Sozialismus funktioniert wohl nur dann, wenn es das eigene Vermögen nicht betrifft?

  • Moritz // 14. Juli 2009 um 19:02

    Treffende Analyse! Damit ist der weitere Weg vorgezeichnet: Die Mehrheit der Wähler ist von staatlichen Transfers abhängig. Die Minderheit, von der der Staat die dafür nötigen Mittel rauben kann, schrumpft immer weiter – und umso härter werden die Methoden, mit denen der (von der Mehrheit demokratisch legitimierte!) Staat die produktive Minderheit ausplündert. Diese resigniert irgendwann, zeigt den staatlich sanktionierten Dieben den eregierten Mittelfinger. Die Abfolge „politischer Totalitarismus, dann wirtschaftlicher Zusammenbruch“ ist eine Veranstaltung, die wir vor 20 Jahren in der DDR im kleinen schon mal „geübt“ haben. Nur dumm, dass es diesmal niemanden gibt, der den Karren aus dem Dreck ziehen kann.

  • enwet // 14. Juli 2009 um 20:41

    Es läuft genau nach Plan. Das Ziel ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung in der EU, abhängig vom Staat wird. Danach werden nur noch die wenige verbliebenen Banken, Konzerne und Ketten endgültig verstaatlicht / enteignet. Die Sozialisten und Kommunisten, die jetzt schon in den meisten Regierungen die Mehrheit bilden können es kaum erwarten. Wir bekommen nochmals den Ost Europa Staatsterrorismus, diesmal EU weit.

    STOPPT SOZIALISTEN – STOPPT EU DIKTATUR!

  • Growlf // 14. Juli 2009 um 23:39

    Die Sache ist doch ganz simpel:
    wer die > 60% Transferleistungsempfänger mit gigantischen Versprechungen als Stimmvieh ködert, kann auf den schäbigen Rest der Leistungswilligen pfeifen.
    Was die wollen oder nicht wollen, ist dem gewählten Politiker dann scheißegal. Denn die haben nichts mehr zu melden. Und der Anstrich von Demokratie bleibt gewahrt.

    Genau aus diesem Grunde überholt grade die CDU die SPD auf der linken Flanke.

  • Moritz // 15. Juli 2009 um 08:28

    @Growlf:

    Du hast selbstverständlich recht – genau das passiert ja seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Nur dummerweise geht das Ganze nur solange gut, wie von den (wenigen) Produktiven genug zu holen ist, um die (vielen) Profiteure des Sozialstaats zu finanzieren. 40 Prozent Steuern (mehr, wenn man alles zusammenrechnet) schlucken die Leistungsträger vielleicht noch, aber viel mehr geht nicht. Die Amis haben das schon längst gemerkt und lösen das Problem über die Druckerpresse und die „indirekte Steuer“ namens Inflation. In Deutschland wird man diesen Weg früher oder später auch gehen – wetten, dass?

  • BuergeJoerg // 15. Juli 2009 um 08:50

    so sehr der Mißbrauch sozialer Systeme zu verurteilen ist, läuft in Wahrheit doch die Umverteilung von Unten bis Mitte nach Oben.

    Oben definiert sich für mich in global agierenden Konzernen, große Finanzinstitute und die großen Privatvermögen.

    Der abgewandelte Indianerspruch im Artikel:
    Wenn der letzte Mittelständler geschröpft, dem letzten Facharbeiter nichts mehr von einer Lohnerhöhung übrig gelassen wird, dann werden die Sozialapostel in den Volksparteien vielleicht einsehen, dass man nur verteilen kann, was vorher an Wertschöpfung erzielt wird.

    Ist m.M. nach Blödsinn.

    Der Erfindungsreichtumg des Staates an das Vermögen (Geld/Arbeitsleistung/Immobilien..) zu kommen ist nahezu grenzenlos.
    Schaut euch die aktuelle Entwicklung an – die schier unglaublichen Beträge mit denen sich der Staat (die Staaten) verschuldet hat und weiter verschuldet, gehen doch direkt ins bestehende Finanzsystem und verbleiben dort.

    Das Kapital und sein Klientel profitieren von unser aller Verschuldung ….

  • politikredakteur // 15. Juli 2009 um 09:36

    @ BuergeJoerg

    Von unten wird gar nichts umverteilt. Unten ist Hartz IV. Wer dort ist zahlt Null Abgaben, sondern erhält zu 100% Leistungen. Von dort, also von unten, wird NICHTS umverteilt.

    Linke verwechseln immer die Mitte mit unten. Das hat System. Linke Wahnphantasien!

    Das andere, was Sie schreiben stimmt. Es wird ins Finanzsystem umverteilt. Aber aus der arbeitenden Mitte. Wo bitte geht Geld eines Hartz-IV-Beziehers an das Finanzsystem?

    Und gleichzeitig zahlt die Mitte auch für die Hartz-IV-ler. Somit zahlt die Mitte alles! Wie gesagt: Umverteilt wird aus der Mitte – nach unten und nach oben.

    Linke werfen immer gern die Sozialleistungsbezieher mit der arbeitenden Mittelschicht in einen Topf. Dabei schmücken sie quasi die Transferbezieher mit den Lorbeeren der Arbeiter, weil ja von all denen was umverteilt würde. Ist schlicht falsch! Aus einer z. B. türkischen Familie, die hier allesamt seit Generationen von H4 lebt, ist noch kein Cent umverteilt worden. Weder nach oben, noch sonstwohin (höchstens in die Türkei). Gleiches gilt für deutsche Familien, die seit Generationen H4-Karrieren einschlagen. Die gibt es ja leider auch zur Genüge.

    Also: Immer schön unterscheiden zwischen Leistungsbringer und Nutznießer. Natürlich rutschen auch viele Deutsche vollkommen ungewollt in Hartz-IV hinein. Das ist ja leider traurige Realität. Aber man muss dann einfach per Definition klar sagen, daß dies dann unten ist und von dort nichts mehr zu holen ist (sonst wird ja H4-Bezug gar nicht mehr zugelassen).

    Bereits wer ALG I bezieht ist vom Geldfluß her „unten“. Denn er zahlt weder Einkommensteuer, noch Sozialbeiträge. Und nur darum geht es ja in dieser Rechnung.

    Was freilich alle trotzdem zahlen, ist die MWST. Und die wird dann ja wieder umverteilt (nach oben und zurück nach unten).

  • BuergeJoerg // 15. Juli 2009 um 10:45

    @politredakteur

    d´accord – natürlich kann von dem, der nichts (mehr) hat, auch nichts mehr verteilt werden.

    Sie bemerkten:

    Also: Immer schön unterscheiden zwischen Leistungsbringer und Nutznießer. Natürlich rutschen auch viele Deutsche vollkommen ungewollt in Hartz-IV hinein. Das ist ja leider traurige Realität. Aber man muss dann einfach per Definition klar sagen, daß dies dann unten ist und von dort nichts mehr zu holen ist (sonst wird ja H4-Bezug gar nicht mehr zugelassen).

    Den Satz unterschreib ich sofort.

    Wir dürfen aber m.M. nicht die Entwicklung verkennen und müssen bei den Begrifflichkeiten aufpassen.

    Für mich ist unten eben auch der Rentner, die Rentnerin, die sog. Geringverdiener, die Leiharbeiter, der Alleinverdienende Familienvater – sie alle bluten über indirekte Steuern und Abgaben für diesen Umverteilungswahnsinn.

    Mein vorstehender Beitrag sollte eigentlich verdeutlichen, daß der Staat sich nicht von Steuereinnahmen der Mittelschicht abhängig macht. Hat er noch nie – wird er auch zukünftig nicht. Nochmal – die Phantasie diesbezüglich ist in der Politik grenzenlos.

    Es werden Mittel und Wege gefunden, das verbliebene Volksvermögen den bedürftigen Konzernen und Banken zuzuführen.

  • politikredakteur // 15. Juli 2009 um 11:03

    @BuergeJoerg

    Für mich ist unten eben auch der Rentner, die Rentnerin, die sog. Geringverdiener

    Ja. Beide zahlen keine Steuern oder Abgaben. Wobei das Wort „Geringverdiener“ präzise zu definieren ist. Maximal ca. 7.000 EUR pro Jahr sind steuerfrei. Darüber ist man per Definition kein Geringverdiener. Höchstens vielleicht jemand, der schlecht verdient. Das ist aber nicht das gleiche.

    die Leiharbeiter, der Alleinverdienende Familienvater

    Nein! Das ist doch vollkommen unscharf. Man kann „oben“ und „unten“ doch nicht auf Basis irgendwelcher gefühlten Zugehörigkeiten definieren. Nach dem Motto: „so ein bemittleidenswerter Mensch, der ist aber weit unten“. Ein Leiharbeiter entrichtet ebenso wie der alleinverdienende Familienvater Steuern und Sozialabgaben. Somit gehören beide selbstverständlich der zahlenden Mittelschicht an.

    Man sieht schon, daß das Problem der gezielt falsch gestreute Begriff des „unten“ ist, der von den Linken kommt. Jeder, der arbeitstätig ist und Abgaben entrichtet, ist niemals dem „unten“ zuzuordnen! Die Linken tun dies, um zu suggerieren, daß sie auch die Partei für die arbeitende Bevölkerung sind. Was aber überhaupt nicht der Fall ist! Wer arbeitet, und mehr als einen Hungerlohn verdient, ist bei den Linken vollkommen falsch.

    sie alle bluten über indirekte Steuern und Abgaben für diesen Umverteilungswahnsinn.

    Konsumsteuern müssen wir alle entrichten. Vollkommen klar. Insofern stimme ich Ihnen zu.

  • BuergeJoerg // 15. Juli 2009 um 12:17

    @politikredakteur

    Zitat:
    Nein! Das ist doch vollkommen unscharf. Man kann “oben” und “unten” doch nicht auf Basis irgendwelcher gefühlten Zugehörigkeiten definieren. Nach dem Motto: “so ein bemittleidenswerter Mensch, der ist aber weit unten”. Ein Leiharbeiter entrichtet ebenso wie der alleinverdienende Familienvater Steuern und Sozialabgaben. Somit gehören beide selbstverständlich der zahlenden Mittelschicht an.

    Man sieht schon, daß das Problem der gezielt falsch gestreute Begriff des “unten” ist, der von den Linken kommt. Jeder, der arbeitstätig ist und Abgaben entrichtet, ist niemals dem “unten” zuzuordnen

    Ich definiere „unten“ nach wirtschaftlichen Lebensbedingungen. Will sagen – gelingt es dem Arbeitnehmer, dem Renter, Leiharbeiter etc. mit seinem Einkommen den Lebensunterhalt würdig zu bestreiten. Und wohin da die Reise aktuell geht ist offensichtlich.

    Wenn wir in einer Gesellschaft angekommen sind, in der wir von Altersarmut, Armutsrisiko Kinder und sog. Aufstockern, reden – dann läuft insgesamt etwas falsch.

    Ist das Links? Ist das Rechts? Es ist auf jeden Fall eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.

    Ich finde eine Differenzierung Unten/Mitte ist sehr schwierig und auch ideologisch behaftet.

    Wenn es denen aber gelingt, die Gesellschaft neben dem klassischen Links/Rechts auch noch in unten/mitte/oben zu teilen, dann dient das nur den etablierten Parteioligarchen.

    Das sollt man, bei aller berechtigter Kritik am Mißbrauch der Sozialsysteme, nicht vergessen.

  • Mekkaschwein // 16. Juli 2009 um 08:57

    Unfaßbar, noch ein brillanter Welt-Artikel:

    „Kurzarbeit, Rentengarantie, Mindestlöhne – die Regierung baut die Sicherungssysteme immer weiter aus. In der aktuellen Wirtschaftskrise wirkt der Sozialstaat in der Tat stabilisierend, denn rund 40 Prozent der Bevölkerung sind Transferempfänger. Aber langfristig ist der Preis praktisch unbezahlbar.“
    Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article4128087/Der-deutsche-Sozialstaat-geraet-aus-den-Fugen.html

    Unglaublich, 40% der Deutschen Bevölkerung sind Transferempfänger. Soeben debattieren die EU-Innenminister über eine größere Aufnahme von Asylanten.
    Sind unsere Politiker wirklich hirnamputiert? Sie warnen vor Verteilungskämpfen, aber sind gleichzeitig Ursache für diese.

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