Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat Staat und „Zivilgesellschaft“ zu verstärkten Anstrengungen gegen den Vormarsch „rechtsextremistischer“ Seiten im Internet aufgerufen. „Der Hass muss raus aus dem Internet“, appellierte die SPD-Politikerin bei einer Expertenkonferenz am Donnerstag in Berlin. Das Problem sei nicht gelöst, sagte Zypries. Auf „Neonaziseiten“ gehörten Drohungen und Gewaltfantasien „noch immer zum guten Ton“. Der Vorsitzende des so genannten „Zentralrats Deutscher Sinti und Roma“, Romani Rose, kritisierte die Vorgehensweise deutscher Behörden. „Strafanzeigen von unserer Seite wurden regelmäßig innerhalb weniger Tage von den Staatsanwaltschaften eingestellt mit dem Hinweis, die Täter könnten nicht ermittelt werden, weil eine Steuerung über ausländische Seiten vorliege“, sagte er. Das sei unakzeptabel. Was zum Schutz gegen andere Kriminalität im Internet unternommen werde, „muss zum Schutz der Gesellschaften auch gegen Rassenpropaganda und Volksverhetzung unternommen werden“, sagte Rose und nannte als Beispiel die Bemühungen zur Eindämmung von Kinderpornografie im Netz.
Was der werten Justizministerin und dem Vorsitzenden des sich derzeit zufällig in der BRD aufhaltenden Wandervolkes vorschebt ist schon klar: Stoppschilder für unliebsame politische Seiten, was ganz offensichtlich von Anfang an der Kernzweck des politischen Feldzugs zur Internetzensur war, während das Thema der Kinderpornographie nur als Blendwerk diente. Sofern es sich bei den angestrebten Polit-Zensuren nur um rechte und nicht etwa um linke Seiten handelt, wird da sicherlich auch die Antizensurpartei der Piraten ein Auge zudrücken, die ja derzeit bereits den ersten gegen den Strich denkenden Meinungsverbrecher in ihren eigenen Reihen bekämpft.


































12 Antworten bis hierher ↓
Holger // 9. Juli 2009 um 19:00
Jeder ist ein „Rechtsextremist“, nicht wahr, Frau Zypries? Jeder muss unter Generalverdacht gestellt werden. Vor allem Leute, die die Regierung und Politiker wie Sie kritisieren, oder?
Holger // 9. Juli 2009 um 19:01
Der neue Faschismus wird nicht sagen: „Ich bin der Faschismus!“. Er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus!“
Holger // 9. Juli 2009 um 19:06
http://www.n-tv.de/politik/Ex-Stasi-Leute-weiter-im-Dienst-article403463.html
Aber hauptsache man bekämpft den sogenannten „Rechtsextremismus“…
aloha // 9. Juli 2009 um 19:51
„Der Hass muss raus aus dem Internet.“
Das ist vollkommen richtig und müsste damit anfangen, dass engstirnige Zensurpolitikerinnen wie Frau Leyen das Internet und die Medien überhaupt in Ruhe lassen sollten. Durch diesen totalitären Überwachungswahn wird der Hass erzeugt, ihr Armleuchter!
politikredakteur // 9. Juli 2009 um 20:31
Laut Zypries gibt es 1.600 deutsche Internetseiten mit rechtsradikalem Gedankengut. Kaum zu glauben, da staune selbst ich! Man würde vermutlich mit den Ohren schlackern, wenn man mal in ihre Liste hineingucken könnte!
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E9B2E6FD584284C2591D1F27E566BE1BE~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ob da auch die Junge Freiheit drin ist? Und der Kopp-Verlag? Von Gesamtrechts, Vaterland und unserer Wenigkeit ganz zu schweigen. Vielleicht findet Zypries ja sogar die Weltwoche rechtsradikal. Von ihrem sozialistischen Standpunkt aus betrachtet bestimmt, oder?
Aber trotzdem: Die Zahl 1.600 ist schon der Hammer! Ich kann mir kaum vorstellen, daß es überhaupt so viele politische deutschsprachige Netzseiten gibt. Da muss doch praktisch jede Website dabei sein mit Ausnahme von spd.de und allem, was irgendwie puterrot und kommunistisch ist.
Sven // 9. Juli 2009 um 20:36
@ aloha
Absolut richtig !
Wäre aber auch interessant zu wissen, wer von den ganzen Posts, die jetzt hier eintrudeln, bei der E-Petition gegen dieses schwachsinnige Zensursula-Gesetz mitgemacht hat !
Mekkaschwein // 9. Juli 2009 um 20:58
Die Bundestagswahl steht vor der Tür, da ist die Angst abgestraft zu werden groß. Jetzt noch schnell ein paar politisch unkorrekte Seiten(das meinte sie wohl in Wirklichkeit) schließen, und alles wird gut. Weit gefehlt Frau Zypries, denn alles außerhalb Deutschland kontrolliert nicht unsere verehrteste Justizministerin, sondern andere.
Nichts weiter als Phrasen, die morgen Vergangenheit sind.
Mark Kant // 9. Juli 2009 um 22:03
Nicht das Internet erzeugt Hass, sondern verlogene Politiker mit ihrer bürgerfeindlichen Politik, liebe Frau Zypries. Zensur ist immer eine politische Bankrotterklärung, zudem ein Werkzeug von Despoten und Demokratiefeinden. Mugabe & Co. lassen grüssen. Und genau da wird man Sie und ihre Mitstreiter auch einordnen. Zu Recht. Unterdrückung des freien Wortes wird auch immer Hass zur Folge haben. Wer also Hass bekämpfen will, muss sich zuerst der Zensur entgegenstellen.
Leon // 10. Juli 2009 um 14:48
Titel sollte heißen
„Zypries will ZUNÄCHST „Rechte“ Sites verbieten“.
“ „WIR“ sind die Mitte!“ droht uns die „Elite“.

Somit kommen nach den „Rechten“ die „Linken“ dran.
Verschwörungstheorien sind doch – außer die um Michael Jackson – rechtspopulistisch. Da muß Zypries schwer „briefen“, um ausgerechnet „indymedia“ zu „Rechten“ umzustricken.
Zypries will Kritik am EU-Syndikat und der Unterorganisationen der East-Coast-Eugeniknazis (WWF, IPCC, CIA) verbieten.
Indymedia: „Alles Nazis!“
Schöner neuer Sammel-Kampfbegriff: Alles VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER! Außer MJ.
„Im Zeichen der Neuen Weltordnung könnte es nicht schaden, wenn wir ein wenig mehr über die glorreiche Tradition der Dynastie erfahren könnten, die sich anschickt, Freiheit und Demokratie über die Welt auszubreiten.
Außerdem untersucht dieser Artikel die spektakuläre und höchst kontrovers diskutierte Frage, inwieweit George W. Bush mit Adolf Hitler verglichen werden kann und darf.
Eine Zusammenstellung von Fakten aus vier Wochen Internetrecherche zu dem Thema. … „
(Vorsicht, rechtslinkspopulistischer „Kinderporno“)
http://de.indymedia.org/2003/03/44968.shtml
Konrad Argast 20.03.2003
Zitat:
Konrad Argast (Komitee für Rätedemokratie):
„Sozialismus bedeutet genossenschaftliche Ordnung“
Februar 19, 2009“
“Der Hass muss raus aus dem Internet”
Die in Portugal verschwundene kleine Britin Maddie McCann sei “ein absoluter Ausnahmefall”.
http://www.tagesschau.de/ausland/justizminister6.html
Leon // 10. Juli 2009 um 15:04
Mehr rechtsextremistischer Kinderporno (Vergewaltigung minderjähriger osteuropäischer Zwangsprostituierter):
“ … Am Dienstag dann äußerte der leitende OK-Ermittler bei der Leipziger Polizei, Martin K., Zweifel am Aufklärungswillen staatlicher Stellen in der sächsischen „Akten-Affäre“.
Vor allem die Staatsanwaltschaft Dresden wäre dem Angebot zur Übergabe von Videos, die angeblich Sex von Richter und Staatsanwälte mit minderjährigen Prostituierten zeigen sollen, nicht konsequent genug nachgegangen.
Der seltsame Webarg der VS-Akten
26.01.2009
Nachdem am Freitag zwei interne Dossiers aus dem Panzerschrank des Sächsischen Landtages verschwunden waren, kursieren Sie nun, nach Medienberichten, in Dresden. … „
Im Dresdener Internet?
Thomas „de Reißwolf“ Maiziere hat das bislang noch im Griff.
Hier (!) sollte sich jeder wehrhafte und aufrechte Demokrat auf die Seite der sächsischen Grünen, „Linken“ und Sozis stellen! (Kein Scheiß!)
Und zwar VOR den Wahlen, gefälligst.
Wenn „de Stasi-Reißwolf“ Maiziere auffliegt, fliegt auch Merkel-Steinschleimer auf, und der halbe Rotary-Specialserviceclub.
„Angesichts der noch ungeklärten Sachverhalte – so konnten einige Zeugen wegen den gegen sie laufenden Ermittlungsverfahren nicht befragt werden – planen SPD, Bündnisgrüne und die Linke nach der Landtagswahl am 30. August 2009 eine Neuauflage des Untersuchungsausschusses.“
http://www.interpool.tv/index.php?option=com_content&task=view&id=326&Itemid=16
politikredakteur // 10. Juli 2009 um 15:45
@Leon
Mal folgendes 60-minütige Interview angucken, oder direkt zum 6. Teil „vorspulen“:
http://www.youtube.com/view_play_list?p=94A554DD097A386E
Nansy // 21. Juli 2009 um 12:51
Das ist ja das altbekannte Problem mit der Zensur, wenn man die Tür erst einmal einen Spalt weit öffnet, wird sie sehr schnell ganz geöffnet. Ebenso wie es kein „nur ein bisschen Folter“ gibt, wird es auch mit „ein bisschen Zensur“ nicht funktionieren.
Da melden sich dann sehr schnell die unterschiedlichsten Interessengruppen mit nach ihrer Meinung „berechtigten“ Forderungen nach Internet-Sperren. Was haben wir nicht schon alles gehört: „Killer-Spiele“, ausländische Glückspielseiten, Musik-Urheberrechte, rechtsextreme Seiten, jetzt Sinti und Roma, demnächst vielleicht Islam kritische Seiten oder linksextreme Seiten?
Und natürlich glaubt jede Gruppierung ein berechtigtes Anliegen zu haben und weiß sich der Unterstützung der Politiker sicher.
Und natürlich will uns jede Gruppierung weismachen, daß das nichts mit Zensur zu tun hat! Aber was dabei wirklich herauskommt ist uns doch wohl allen klar, oder?