Die Recherchen des Autors Gerhard Wisnewski über den Tod Jörg Haiders ziehen immer weitere Kreise. Der Kärntner Landeshauptmann soll am 11. Oktober 2008 bei einem Alkohol-Unfall ums Leben gekommen sein. Wisnewski kam zu gänzlich anderen Schlüssen, worüber er ein Buch veröffentlichte. Seine fundierten Enthüllungen wirkten ansteckend. Jetzt widmete sogar die Londoner „Times“ dem Thema eine halbe Seite. Ihr Fazit: Die Fragen zum angeblichen Unfall des Politikers seien „peinlich für die österreichischen Behörden“.
„Investigativer Journalist präsentiert Mord-Theorie über den Tod von Jörg Haider“, lautete die Headline auf der Website der Londoner „Times“ am 4. Juli 2009. Die Druckausgabe vom selben Datum widmete dem Thema eine halbe Seite. Damit reihte sich das britische Leitblatt in den internationalen Reigen der Berichterstattung ein, der von Italien über Kroation, Rumänien und Osterreich, die Tschechische Republik und die Türkei nun eben auch bis nach Großbritannien reicht. Nur die deutschen Medien schweigen bis auf ganz wenige Ausnahmen eisern.
Die Netzseite des Kopp-Verlages berichtet:
„Der Druck, die Untersuchung seines Todes wieder aufzunehmen, steigt“, schreibt die „Times“ über das ebenso plötzliche wie politisch opportune Ableben von Jörg Haider:
„Und mindestens ein investigativer Reporter fragt, ob der 58 Jahre alte Politiker ermordet wurde. ‘Es gibt zu viele offene Fragen’, sagt Gerhard Wisnewski, Autor des Buches Jörg Haider – Unfall, Mord oder Attentat?, das sich in Österreich nach seinem Start am letzten Dienstag schnell verkaufte. ‘Nach acht Monaten Recherche bin ich davon überzeugt, dass Haider höchstwahrscheinlich Opfer eines politisch motivierten Attentates wurde.’“
Zwar würden weder die Haider-Familie noch Haiders politische Freunde so weit gehen, schreibt die „Times“. Dennoch hätten auch sie diese Woche einen genaueren Blick auf den Todesfall Haider gefordert: „Dieser Fall muß von einem unabhängigen Staatsanwalt neu untersucht werden“, zitiert das Blatt Haiders ehemaligen Pressesprecher Stefan Petzner, der für den Fall, dass das Justizministerium dem nicht nachkomme, ein Referendum angedroht habe. Auch Haiders Witwe Claudia habe in den kritischen Chor eingestimmt.
Haider soll in der Nacht zum 11. Oktober 2008 alkoholisiert mit seinem VW Phaeton einen tödlichen Unfall gebaut haben. Nur wenige Tage vor seinem Tod habe Haider eine Versöhnung zwischen den beiden nationalistischen Parteien FPÖ und BZÖ ausgehandelt, was für ein Comeback der extremen Rechten in Österreich hätte stehen können, so die „Times“, die nachfolgend diverse von Wisnewski aufgedeckte Unstimmigkeiten im Fall Haider aufzählt.
„Es freut mich sehr, daß nun auch so prominente Blätter wie die Times den Fall aufgreifen“, sagte Gerhard Wisnewski selbst zu dem Artikel: „Die jetzige Aufmerksamkeit für das Thema ist die letzte Chance, diesen dubiosen Todesfall aufzuklären. Dabei geht es nicht allein um die Person des Herrn Haider, es geht ums Prinzip – es geht um viele Andere, die möglicherweise schon umgebracht wurden und Andere, die noch folgen könnten.“
„Die Fragen werden langsam peinlich für die österreichischen Behörden“, konstatiert die „Times“ am Schluß ihres Berichts: „Sie schlossen deshalb gestern schon mal die Reihen: ‘Jeder, der glaubt, im Besitz neuer Fakten zu sein, ist herzlich eingeladen, uns diese zu präsentieren’, sagte ein Sprecher der Klagenfurter Staatsanwaltschaft.“
Wie gerade erst auf Deutschlandpolitik beschrieben, scheint nicht nur der Haider-Fall nicht zufriedenstellend aufgeklärt worden zu sein.
[1] Kopp-Verlag: Wisnewskis Recherchen peinlich für österreichische Behörden
[2] The Times: Investigative reporter offers murder theory over death of Jörg Haider


































3 Antworten bis hierher ↓
Leon // 6. Juli 2009 um 17:48
Höchst lesenswerter Beitrag (mit Links) über DAS Killerthema: VERSCHWÖRUNGEN (Verschwörungstheoretiker & -Praktiker):
http://orf.at/090703-40079/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090703-40079%2F40080txt_story.html
… „Ein Artikel im Popmagazin „Rolling Stone“ lässt in der Finanzwelt die Wogen hochgehen. Mit einem deftigen Frontalangriff attackiert Autor Matt Taibbi die US-Großbank Goldman Sachs:
„Die mächtigste Investmentbank der Welt ist ein riesiger Vampirtintenfisch, getarnt mit menschlichem Antlitz, der aber unerbittlich seinen Bluttrichter in alles rammt, das nach Geld riecht.“
Auf zwölf Seiten skizziert er, wie die Bank an etlichen Spekulationsblasen der Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten beteiligt gewesen sein soll.
„Nur Verschwörungstheorie“
Goldman Sachs reagierte umgehend: Der Artikel sei eine „hysterische Sammlung von Verschwörungstheorien“, es fehle gerade noch, dass Goldman Sachs auch für das Kennedy-Attentat und die Fälschung der Mondlandung verantwortlich gemacht werde, so Unternehmenssprecher Lucas Van Praag: „Wir weisen die Behauptung zurück, dass wir die Verursacher von Blasen und Profiteure von Pleiten sind.“ … „
Mehr bestechende „Argumente“:
Nazi- UND VT-Keule.
“ Taibbis Artikel habe zweifellos verschwörungstheoretische Anflüge, heißt es … wird in Blogs beklagt, der Text könnte auch antisemitisch verstanden werden. … „
Holla, heißes Thema. Kritik an der Bankenmafia hat VT-Anflüge und könnte falsch verstanden werden. Was soll das im Klartext heißen? FED sakrosant?
„Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisierte zuletzt die enge Verflechtung von Unternehmen und Politik.“
Darf man das noch?
Mein Tip: Verschwörungstheorien sind schwer im kommen.
DemokratischerBeobachter // 6. Juli 2009 um 17:57
Zuerst einmal großes Lob von mir an Eure ausgezeichnete Informationsseite.
Es spricht für Euch, daß Ihr noch einmal über den „Unfalltod“ des Dr. Jörg Haider berichtet.
Der Unfall des Jörg Haiders mit seinen vielen Merkwürdigkeiten kurz nach seinem Wahlerfolg war eher ein politisch motivierter Anschlag und galt auch als Warnung für andere Prominente .
Im aktuellen Buch Jörg Haider von Gerd. Wisnewski sehr ausführlich beschrieben. Auch viele unbekannte Nahaufnahmen des zerstörten Wagens zu sehen.
Jörg Haider wurde zu Unrecht als Nazi-Ungeheuer dämonisiert.
Er war mit seiner heimatfreundlichen Politik den Globalisten im Wege
politikredakteur // 7. Juli 2009 um 01:23
Mossad spied on far-right Austrian (Times Online, 2005):
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article528859.ece