DEUTSCHLANDPOLITIK

Interview mit Jörg Tauss über seinen Beitritt zur Piratenpartei

23. Juni 2009 · 8 Kommentare

Das jahrzehntelange SPD-Mitglied Jörg Tauss ist zur kleinen Piratenpartei übergetreten, weil er die Beschlüsse der SPD zu Internetzensuren nicht weiter mittragen wollte. In einem zehnminütigen Interview erklärt Tauss unter anderem, daß er der Piratenpartei bei den Bundestagswahlen einen Überraschungserfolg zutraut. Fakt ist: Tauss ist bei der Jugend enorm populär. Dieses Video wurde in nur 3 Tagen rund 20.000 Mal aufgerufen.

Kategorien: Politik
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8 Antworten bis hierher ↓

  • Leon // 23. Juni 2009 um 12:40

    Favorit:

    http://www.abgeordnetenwatch.de/joerg_tauss-650-5656–f196557.html

  • Leon // 23. Juni 2009 um 12:50

    NORMENKONTROLLVERFAHREN,
    klingt gut.

    Die Kommentare sprechen eine eindeutige Sprache.
    Der Tenor: Immer weniger Steuerzahler glauben an groteske Inkompetenz, sondern vermuten „multilaterale“ Absprachen. Fakt ist: Die Machenschaften der Parteispitzen nähren sog. „Verschwörungstheorien“.

    http://www.abgeordnetenwatch.de/internet_sperren-636-180.html

  • Phoenix // 23. Juni 2009 um 15:55

    Tauss wird seinen KiPo-Ruf niemals wieder loswerden. Die Aufregung war sicherlich zu einem guten Teil inzensiert, es bleibt aber die Tatsache dass er in Besitz desselben war und diesen auch zugeben hat.

    Noch vor seinem Wechsel, nach dem Motto: Was macht eigentlich der Tauss, war ich auf seiner Homepage. Da stand kein Wörtchen zu der Affäre, kein Entgegnung, Richtigstellung… einfach nichts.

    Bei mir bestehen nach wie vor Zweifel an der Integrität des Hr. Tauss, wenn seine Version der Dinge wahr ist hat er sich im Vorfeld wirklich dilletanitisch verhalten – und er sollte eigentlich in Sachen Datenschutz (bzw. Mißbrauch) ein Experte sein, gerade ihm hätte das nicht passieren dürfen.

    Ob das ein kluger Schachzug der Piraten war? Ich fürchte nicht. Als medienwirksamer Kopf der Piraten ist er verbrannt, aber er kann sicherlich als Parteisoldat gute Arbeit leisten, mehr ist aber wohl nicht drin.

    Aber auch abseits der Personalie Tauss:
    Quo vadis, Piratenpartei?
    Ich fürchte nämlich, so deute ich zumindest die Einstellung der Piraten-Supporter in div. IT-Foren, diese Partei rekrutiert sich hauptsächlich aus Linken.

    Ob mir der Kampf gegen Zensursula & Co es mir wert ist meine Stimme pot. Linkstützern zu geben bezweifle ich stark. Man muss einmal Farbe bekennen bei den Piraten.

  • politikredakteur // 23. Juni 2009 um 16:11

    @Phoenix

    Tauss und die Piratenpartei sind definitiv links zu verorten. Nur in den Punkten Datenschutz und freier Informationsentfaltung im Internet, ist diese Partei meiner Ansicht nach der Unterstützung wert. Tauss selbst sagt im Interview, daß er bei allen anderen Belangen noch immer mit der SPD übereinstimmt. Er nennt unter anderem den Punkt Steuern, bei dem er nicht mit der FDP übereinstimme. Das bedeutet: Tauss wäre z. B. für hohe Steuern und Umverteilung aus der Mittelschicht nach unten.

    Allerdings ist die Freiheit im Internet dermaßen wichtig, daß man hier sogar gern die Linken vorpreschen lassen kann und sollte. Denn mit politischer Zensur im Internet würden natürlich als erstes alle rechten und dann alle konservativen Internetseiten gesperrt werden.

  • Phoenix // 23. Juni 2009 um 16:18

    @politikredakteur

    Ähnliche Überlegungen hatte ich auch schon… den Schwung der linken Datenschützer nutzen. Aber die Krux ist ja, dass die rechten Parteien mehrheitlich für eine Internetzensur sind. Inwieweit sie hier, wie Henry Nitzsche, Klinetelpolitik betreiben oder das ganze nicht wirklich durchschauen sei mal dahingestellt. Beim Thema KiPo knicken auch die rechten Parteien ein.

    Daher gilt für mich: Stimmen, die ohnehin links wählen würden möglichst zu den Piraten umleiten, selber aber rechts wählen.

    Ja, dreckig, ich weiss, aber wie schon letztens sagte: Es lebe das Trolltum! – anders geht es zumindest im Netz heute nicht mehr.

  • politikredakteur // 23. Juni 2009 um 16:32

    @Phoenix

    Zustimmung. Wir werden hier auf jeden Fall die Piratenpartei mit einem Auge weiter verfolgen. Ich habe übrigens nicht den Eindruck, daß Republikaner oder DVU für eine Zensur des Internets sind. Im Gegenteil. Hatten die REP sich nicht sogar klar dagegen ausgesprochen?

    Herr Nitzsche hat zuletzt mehrfach enttäuscht. Erst seine arglose Bundespräsidenten-Stimme für den globalistischen IWF-Banker (warum nicht einfach diskret eine Stimme an den sympatischen Herrn Rennicke geben, ohne das an die große Glocke zu hängen? – und damit mal für ein bißchen Aufrur und einen kleinen „Skandal“ sorgen). Er hätte noch lieber Herrn Sodann wählen sollen als Freimaurer-Köhler. Und nun seine Zustimmung für die Zensur seiner eigenen Anhänger. Viele müssen noch dazulernen. Auch Herr Nitzsche.

  • Cici // 23. Juni 2009 um 17:28

    Jetzt mal weniger auf die Partei an sich bezogen, denke ich, dass Herr Tauss der Partei nur beigetreten ist, um den Gerüchten und Vorwürfen aus dem Weg zu gehen oder gar zu vertuschen, was ein Widerspruch in sich ist, da man Kinderpornografie ja unzugänglicher machen soll und die Piratenpartei für ein „offenes Internet“ steht, um es mal vorsichtig auszudrücken. So habe ich das jedenfalls im Interview verstanden…

    Ansonsten hören sich die Ziele der Piratenpartei schon ganz gut an. Die Zensiererei und Spionage darf einfach nicht sein. So eine „kleine Partei“ jedoch, würde ihre Ziele nie umsetzen können. Gehe ich ganz stark von aus.

  • aloha // 24. Juni 2009 um 11:03

    Jeder, der für öffentlich für Meinungsfreiheit und gegen Zensur eintritt, verdient Respekt. Bis jetzt kannte ich die Piratenpartei noch gar nicht. Ich werde mich mal über deren Programm informieren.

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