Für die Eliten der vormals ausschließlichen Informationsquellen in Deutschland sind härtere Zeiten angebrochen. Funktionierte noch bis vor kurzem die Informationsvermittlung durch etablierte Zeitungen als totale Einbahnstraße (Die Zeitung schreibt ihre „Wahrheit“, der Leser akzeptiert sie), so hat sich der Wind im Zeitalter von Internet 2.0 heftig gewendet. Dies bekommt auch der Welt-Chefredakteur und ehemals revolutionäre Alt-68er Thomas Schmid zu spüren.
Während die massive Konkurrenz durch alternative und von den Betreibern nahezu kostenlos geführte Onlinezeitungen den Printmedien heftig zusetzen und zehntausendfach Leser abspenstig machen, beginnen die etablierten Medien nun, sich Zähne knirschend auf das Spiel der anderen einzulassen. So wird jetzt auch auf WELT.de „gebloggt“. Und zwar „bloggt“ da unter anderem kein geringerer als Chefredakteur Thomas Schmid höchstpersönlich. Und er lässt unter seinem Text seine Leser mit überaus kritischen Kommentaren zu Worte kommen, die davon reichlich Gebrauch machen und von seinem Artikel teilweise wenig Gutes übrig lassen. Und das, obwohl viele unbequeme Kommentare längst redaktionell gelöscht worden sind.
Dabei guckt der tapfere Anhänger der Sozialdemokraten seine Leser von seinem Foto mit geradezu betrüblicher Traurigkeit an, und scheint wehmütig die goldene Zeit zurückzusehnen, als die Arbeit eines Journalisten noch eine dankbare und gute Einbahnstraße war, und die festgeschriebene Wahrheit in den Artikeln allenfalls mal vom Leser im heimischen Wohnzimmer diskutiert wurde.
Kein Wunder, daß Zensursula diesen gepeinigten Gentlemen zu Hilfe eilen, und die vielfältige, gar so gemeine Online-Konkurrenz schrittweise ausblenden muss – damit auch der Herr Schmid bald wieder ein wenig fröhlicher lächeln kann.
Dabei darf man Schmid nicht als konservativen Fels in der Brandung mißverstehen, seine linksrevolutionäre Ader und Vergangenheit sollte man nicht unterschätzen. Der rüstige Alt-68er war als Teil der Frankfurter Studentenbewegung neben Daniel Cohn-Bendit, Joschka Fischer und Matthias Beltz Gründer der Gruppe Revolutionärer Kampf. Seine im zauderhaften Tonfall formulierten Einsichten über die gescheiterte Integration, deren Schuld er quasi den Deutschen gibt, sind besonders aufschlußreich vor dem Hintergrund, daß er Ende der 80er Jahre den Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit beriet, als dieser Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt am Main war. Und diesem Cohn-Bendit wurde für „herausragende Leistungen zur Entwicklung und zum Verständnis von Multikulturalität und Integration von Minderheiten“ sogar die Ehrendoktorwürde durch die Katholische Universität Brabant in Tilburg (Niederlande) verliehen.
Also scheint doch eigentlich alles wie am Schnürchen verlaufen zu sein für Herrn Cohn-Bendit und seinen Berater Herrn Schmid. Warum also klagt er in seinem Artikel darüber, daß „der Integrationsbericht erschütternd ist“? Zumal sich die beiden globalistischen Propagandaspezialisten wirklich hübsche, einflußreiche Stellungen ergattert haben. Von ihren Sockeln aus konnten sie die deutsche Gesellschaft seit langem gut und maßgeblich beeinflussen, und in die dem elitären Club genehme Richtung lenken, welchem sie als überaus nützliche Handlanger angehören.
Thomas Schmid bloggt: Der Integrationsbericht ist erschütternd
Wikipedia: Thomas Schmid
Wikipedia: Daniel Cohn-Bendit







































5 Antworten bis hierher ↓
Banania // 21. Juni 2009 um 19:16
auch lesenswert : http://ef-magazin.de/2009/06/12/1272-multi-kulti-der-migrationsbericht-und-sein-spiegel-in-der-welt
Phoenix // 21. Juni 2009 um 19:31
Hr. Schmid hat schon in seinem ersten Blogeintrag bzgl. 68′er eine von mir kassiert.
Egal, zum verlinkten Beitrag vom Blog des Hr. Schmid:
Die Leute erkennen instinktiv die Misere, wer sie sich schwarz auf weiss anschauen will kann dies hier tun:
http://www.wirtschaftsdienst.eu/downloads/getfile.php?id=1215&PHPSESSID=01b5d08a27c12b1e20a238c17f737050
Diese Studie auf Basis von OECD-Daten aus dem Jahre 2007 zeigt überdeutlich was die bundesrepublikanische Realität ist.
Zugute halten muss man Hr. Schmid allerdings dass dort Meinungen veröffentlicht werden die im normalen Kommentarbereicht der Welt-Online keine 5 Minuten überleben würden.
Leider nimmt er aber keinerlei Stellung zum geschriebenen, es scheint die Diskussion ist eine Einbahnstrasse, so ganz scheint er das Konzept des Bloggens noch nicht verinnerlicht zu haben.
politikredakteur // 21. Juni 2009 um 20:00
@Phoenix
Ehrlich gesagt, bin ich auch etwas skeptisch, ob wirklich Thomas Schmid drin ist, wo Thomas Schmid draufsteht. Anders gesagt: Ich vermute, er hat Ghost Writer, die die Kolumnen für ihn erledigen. So etwas gibt es oft. Wenn er einen begabten Mann dafür hat, ist irgendwann so viel Vertrauen da, daß der Auftraggeber die Artikel des Ghost Writers nicht einmal gegenlesen muss, bevor sie veröffentlicht werden.
Phoenix // 21. Juni 2009 um 20:32
@politikredakteur
Ich habe eigentlich keine Zweifel dass der Chef die Artikel persönlich schreibt, zumindest in der jetzigen Phase. Zu sehr ist der eigene Name damit verknüpft, zu gross die Profilierungssucht, zu persönlich angehaucht die Artikel.
Ich denke auch er schreibt nicht nur für die Welt, in gewisser Weise gibt er die Richtung des kompletten Springer-Verlag wieder. Seine Artikel sind hierbei die roten Linie, bis hierher und nicht weiter, wer sich jenseits bewegt ist rechtsradikal.
Da es von seiner Seite (oder ggf. des Ghostwriters – spielt eigentlich keine Rolle) keine Entgegnung gibt und auch in späteren Artikeln kein Bezug zu vorangegangenen hergestellt wird sieht mir das nach einer Art Bewesisammlung aus.
Irgendwann wird der halbherzig gepflegte Blog eingestellt, es erscheint ein netter Artikel auf Welt-Online mit der Schlußfolgerung dass die Deutschen nach wie vor böse Rassisten sind und der KgR damit seinen Berechtigung hat.
Man sollte eigentlich dazu übergehen nicht mehr seine Meinung zu schreiben sondern das Gegenteil zu behaupten und es so schwachsinnig zu begründen dass dem Letzen noch auffällt das es sich um Schwachsinn handelt.
Auf diese Art & Weise haben schon manche meiner Kommentare auf Welt-Online überlebt, die Zensoren haben überhaupt keine Zeit Beiträge inhaltlich zu erfassen, das sind Augentiere die bei best. Wortkombinationen die Lösch-Taste drücken.
Es lebe das Trolltum!
Linksruck der WELT und sonstige Seilschaften « DEUTSCHLANDPOLITIK // 26. Juni 2009 um 14:50
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