Deutschland ist das Land mit der drittältesten Bevölkerung der Erde. Im Durchschnitt älter als die Deutschen sind nur die Japaner und die Einwohner von Monaco. Dies zeigt eine Übersicht des Durchschnittsalters aller Völker. Droht das deutsche Volk auszusterben? Wo sind unsere Kinder? Deutschlandpolitik würde gern von seinen Lesern wissen, ob sie Kinder haben oder noch haben möchten, und wie viele. Gibt es denn etwas herrlicheres, als eigene Kinder zu zeugen, ihr Aufwachsen mitzuerleben und schließlich in ihnen weiterzuleben? Die Deutschen waren einst ein sehr kinderliebes Volk. Wir müssen uns wieder an die unglaubliche Erfüllung erinnern, die es bedeutet, Eltern zu sein.
Unter dem Stichwort „demographischer Wandel“ findet derzeit eine Umstrukturierung der gesamten Gesellschaft statt, die es noch niemals in der Geschichte gegeben hat. Die kulturellen Errungenschaften an zivilisatorischem Niveau und Wissen von Jahrtausenden werden in wenigen Jahrzehnten preisgegeben. Eine Hochkultur befindet sich auf dem Weg der Vernichtung durch Bevölkerungsaustausch.
Ob die politische Steuerung schlicht zu dumm ist, oder ob eine böswillige Absicht, ein politisches Kalkül hinter diesem beispiellosen Zerstörungswerk steht, kann nicht endgültig geklärt werden. Aber alle Indizien sprechen dafür, daß es eine Mischung aus beidem ist. Maßlos dumme und verblendete politische Führungsgestalten werden im Sinne eines Kalküls benutzt, um das Zerstörungswerk zu vollenden.
Eines steht fest: Mit dieser Entwicklung kann man nicht einverstanden sein!
Die Netzseite Demographischer Wandel bietet eine umfangreiche Ausarbeitung zum Thema an: Zur Abnahme der einheimischen Bevölkerung, der Zuwanderung in die Sozialsysteme, der Abwanderung der Hochqualifizierten (Brain Drain), zur Intelligenz und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, sowie zur ethnischen Diversität und sozialen Stabilität. Abschließend ziehen die Autoren ein Fazit.







































20 Antworten bis hierher ↓
fusionspartei // 15. Juni 2009 um 15:47
Wir brauchen dringend die Fusion der demokratisch-patriotischen Kräfte, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Bitte mal auf http://fusionspartei.wordpress.com schauen und mitmachen, danke.
willanders // 15. Juni 2009 um 16:36
vor kurzen gab es einen artikel zum thema in der Jungen Freiheit: http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5dbdfc5cd98.0.html?&tx_ttnewsmode=single
Thinnian // 15. Juni 2009 um 18:15
Ich habe 2 Kinder.
Jüngst habe ich beim Bügeln eine dieser Talkshows nicht schnell genug umgeschaltet und es dann doch angelassen, denn da ging es just um das Thema Kinder. Da saßen ein Mann und seine Frau – er, ein aufrechter, solider Handwerker, sie ebenso aufrechte Mutter seiner 16 Kinder. Sie wurden wie Parias behandelt, bekamen zu hören, dass sie die Sozialsysteme ausnähmen, obwohl er immer wieder versicherte, seine Familie mit der Frucht seiner Arbeit zu ernähren. Dann warf man ihnen das Kindergeld vor… Dass es jeden zusteht, egal ob reich oder arm, wollte niemand wissen.
Ich habe vor diesen beiden Menschen meinen imaginären Hut gezogen und über die Leute, die sie so verunglimpften nur den Kopf schütteln können.
Nein, wir sind zu doktriniert, zu satt, zu egoistisch, zu konsumorientiert gedrillt worden, um das noch wirklich zu verstehen.
Dem Profit sei Dank, das Abendland verfault, wie das alte Rom verfault ist.
Schade, aber die Welt geht, wie sie will und nicht, wie du und ich sie gerne hätten. (M.Z.Bradley)
Growlf // 15. Juni 2009 um 21:46
Alles völlig überflüssiger Blödsinn. Was spricht dagegen, wenn die deutsche Bevölkerung nach und nach auf ein umweltverträgliches Maß schrumpft?
Das krebsartige Auswuchern deutscher Städte in die Landschaft bei einer der welthöchsten Bevölkerungsdichten kann nicht so weitergehen.
In Zeiten von Automatisierung und Roboterisierung brauchen wir besser ausgebildeten, nicht MEHR Nachwuchs.
Die auf dem Kopf stehende Alterspyramide ist ein vorübergehender Effekt, den deutsches HighTech und deutsche Qualität ohne weiteres ausgleichen können.
Das einzige Problem sind unsre vollkommen verblödeten Politiker, die auf die reinen Zahlen schielen und aus machtpolitischen und Ignoranzgründen die Einwanderung der allerprimitivsten Schichten aus aller Welt favorisieren., um den „Schwund“ auszugleichen.
politikredakteur // 15. Juni 2009 um 21:54
@Growlf
Nicht vergessen: Wir unterscheiden hier sehr rigide zwischen deutscher Bevölkerung und zugewanderten Migranten mit BRD-Pass. Die Bevölkerungsdichte in der BRD insgesamt könnte definitiv nach unten gehen. Jedoch bei einer gleichzeitig gesunden Veränderung des Anteils an Zugewanderten nach unten und eines gestärkten Anteils an Deutschen.
Friederich // 16. Juni 2009 um 00:00
Wer hier passende Argumente braucht, lese unbedingt
diese pdf-Datei mit dem hervorragenden Aufsatz »Die systematische Ausbeutung der Familien in Deutschland« von Prof. Dr. Hermann Adrian, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
[Habe übrigens nur vier Kinder.]
Platon // 16. Juni 2009 um 01:19
ZUWENIG KINDER FÜR DEUTSCHLAND
Das wird noch lange ein Thema sein, und wenn
nicht darüber gesprochen wird, dann wird es ein schweigend wirksamer Faktor sein.
Mich würde aber mal interessieren, wieso ausgerechnet auch RUSSLAND so kinderschwach ist ? Rußland, der Welt größtes Land, noch volkreichstes Land Eurasiens, doch
wohl noch mit einer national bis ins chauvinistische reichenden Gesinnung ausgestattet -
und mit ländlich bevölkerten Gebieten gut eingedeckt – was ist denn DA los ?
Sir Toby // 16. Juni 2009 um 02:47
# friederich
Haben Sie nicht vielleicht auch eine eigene Netzseite? Sie haben immer so gute Links – da würde man sich gerne öfter ein Scheibchen abschneiden…
Sir Toby // 16. Juni 2009 um 04:38
# Platon
Was in Rußland los ist, kann ich auch nicht generell beantworten. Aber e i n Mosaiksteinchen als Antwort gibt vielleicht der folgende Artikel. Ich wollte per Link auf ihn verweisen, aber er ist dort nicht mehr eingestellt.
Ein Volk säuft ab
Von Florian Hassel
Trinken gilt als normal (FR)
Olga Poljakowa weiß nicht mehr, wann sie das erste Mal fürchtete, dass sie sich für immer im Alkohol verlieren könne. Im Studentenwohnheim, als sie im Suff eine Fensterscheibe zerschlug und der Rektor die angehende Grundschullehrerin von der Uni warf. Nach dem Alkohol-Koma, als sie ohne Hose in der Wohnung eines Unbekannten aufwachte. Oder vor gut einem Jahr, als sie sich in eine schwere Psychose hineintrank. Niemand, der die 24-jährige Frau mit dem Pferdeschwanz und den vollen Wangen unter der Metallbrille zum ersten Mal sieht, würde in Olga eine Alkoholikerin vermuten. Dabei hängt sie schon seit gut fünf Jahren an der Flasche.
Ein Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt, dann die Zeit in der geschlossenen Psychiatrie haben ihr nicht helfen können. Doch vielleicht, hofft Olga, kann ihr jetzt ja Michail Morosow helfen. Ein energischer Mann mit untersetzter Figur und kurz geschorenem Haarkranz. Wegen ihm ist Olga mit ihrer Mutter Tatjana ins Dorf Durakowa gekommen, 130 Kilometer südwestlich von Moskau. Denn Morosow ist der Mann, der Olga erklärt, warum sie zur Flasche greift.
„Wenn Du getrunken hast, sind alle Probleme wie weggeblasen“, sagt er. „Du gehst auf die Tanzfläche und denkst, dass Du jeden Kerl haben kannst.“ Olga nickt: „Ja, ja, genau so ist es.“ – „Aber wenn Du wieder zu Dir kommst, bist Du depressiv“, predigt er weiter. „Und immer öfter denkst Du, dass dein Leben nichts mehr wert ist und Du es still beenden willst.“ Wieder nickt Olga. Morosow weiß, wovon er spricht. Ende der 80er Jahre war er ein erfolgreicher Fotograf, aufstrebender Geschäftsmann – und starker Trinker.
„Wie viele Russen konnte ich mir nicht vorstellen, dass man mit Freunden zusammensitzt, ohne eine Flasche Wodka zu trinken. Und dann noch eine.“ Trinken wurde für ihn zum Lebenszweck, Freunde und Verwandte sagten sich von ihm los. 1991 stieß Morosow auf die „Anonymen Alkokoliker“. Die Selbsthilfegruppe half ihm, von der Flasche wegzukommen: durch regelmäßige Treffen mit anderen Ex-Trinkern, praktische Ratschläge und den Glauben an Gott. Einmal trocken, half Morosow anderen Trinkern. Finanziert von seiner expandierenden Firma, einer Manufaktur für Ikonen für die Orthodoxe Kirche, und im engen Kontakt zur Moskauer Kirchenleitung baute Morosow ab 1994 ein für Russland einzigartiges Reha-Zentrum für Trinker und Rauschgiftsüchtige auf. Aus Moskau und Twer, dem Ural und Sibirien, selbst von der russischen Fernostinsel Sachalin kommen Trinker und Süchtige zu Morosow.
Der Weg ins Leben ohne Alkohol führt zunächst in die Provinz. Von Moskau nach Kaluga, nach gut halber Strecke von der Landstraße weiter zum Dorf Strelkowka. Hinter dem Dorf beginnen sanfte Hügel, Weizenfelder und scheinbar endlose Birkenwälder. Ein Lehmweg führt zur ehemaligen Kolchose. Deren damaligen Verwaltungsbau hat Morosow mit weiß gekalkten Rundtürmen, einer kleinen Kirche und einem Kräutergarten zum Sitz des Reha-Zentrums ausgebaut. Morosows Rezept: völlige Abstinenz, gemeinsames Leben, Arbeiten und Beten.
Zehn Minuten vom Hauptgebäude entfernt hat Morosow das Dorf Durakowa („Dorf der Dummköpfe“) umfunktioniert. Im ältesten, über hundert Jahre alten Holzhaus wohnen zwölf der rund sechzig Süchtigen, die das Zentrum aufnehmen kann. Die penible Ordnung in den Dreibettzimmern mit den alten Teppichen und vielen Ikonen an den Wänden erinnert an ein Vorzeige-Kloster. Nach dem Weckruf um sieben melken die Süchtigen auf Entzug die Kühe, füttern die Schweine oder striegeln die Pferde. Einige Männer bauen in der kleinen Schreinerei Holzfenster zusammen oder helfen beim Bau der neuen Backsteinkirche.
Abends reden sie in Gruppensitzungen über die Probleme des Entzugs. Kost und Logis sind frei, der Besitz von Geld ist verboten. „Mit Geld kommen Trinker immer an eine neue Flasche Wodka“, sagt Morosow.
Auch Nikolaj Tschesnokow will zu Morosow. In seiner Heimat, der Kleinstadt Wyschnij Walatschog in der Region Twer, „trinken oder spritzen alle meine Freunde“, sagt der 25-Jährige. „Also auch ich.“ Seit zehn Jahren trinkt Nikolaj, seit fünf Jahren nimmt er Rauschgift. Andrej, ein Freund der Familie, hat den jungen Mann zu Morosow gebracht. „Dieses Zentrum ist wie eine Planke im Ozean“, sagt Andrej. „Ganz Russland ertrinkt in Rauschgift und Alkohol.“
Das ist nicht übertrieben. Noch nie in seiner tausendjährigen Geschichte tranken so viele Russen so viel Alkohol, starben so viele am Suff. Niemand weiß dies besser als Alexander Nemzow. Der Pionier der Alkoholforschung in Russland residiert in einem psychiatrischen Institut in Moskau. Schlank, mit weißen Haaren und im weißen Kittel sieht Nemzow aus wie der geborene Professor. „Wir Russen pflegen viele falsche Mythen über Alkohol“, sagt er. Die meisten Russen glauben, ihre Vorfahren im Zarenreich hätten dem Alkohol viel stärker zugesprochen als sie selbst. Tatsächlich betranken sich damals die meisten Menschen nur an Feiertagen. Auf einen Russen kamen im Jahr höchstens fünf Liter Alkohol. „Heute trinken Russen das ganze Jahr hindurch und kommen auf die dreifache Menge“, sagt Nemzow. „Von fünf russischen Männern trinken vier im Jahr durchschnittlich 220 Flaschen Wodka.“
Schon in der Sowjetunion war Alkoholismus eines der größten, doch in seinem wahren Ausmaß geheim gehaltenen Probleme. Wie sehr der Suff das Land durchdrang, sah Alexander Nemzow schon, als er 1971 einen Kollegen begleitete, der nach Jahren in Moskau sein Heimatdorf in der Region Kostroma wiedersehen wollte. „Vor dem Dorf ging mein Freund auf den Friedhof“, erzählt Nemzow. „Auf einmal hörte ich ihn: Ach, Witka! – Oh Gott, Wowka!“ Seine vier Jugendfreunde waren tot. Alle starben vor ihrem 30. Geburtstag an den Folgen des Alkoholkonsums. Der Erste ertrank betrunken, der Zweite fiel im Suff unter den Traktor, der Dritte brach sich beim Sturz vom Pferd den Hals, der vierte starb an Alkoholvergiftung
Seit Mitte der 80er Jahre spürt Nemzow dem Alkoholismus wissenschaftlich nach. „Veröffentlichte Statistiken waren gefälscht, die echten Zahlen lange geheim. Sie übertrafen unsere schlimmsten Erwartungen.“ Das Fazit von Nemzows Forschungen, die er bis heute fortführt: „Alkohol ist in Russland für mindestens ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich und bringt jedes Jahr rund 700000 Russen ums Leben – mehr als der Afghanistan-Krieg und beide Tschetschenienkriege zusammen.“
Wie in der Sowjetunion ist auch im modernen Russland Alkohol der Hauptgrund von Vergiftungen, Herzstillständen, Kreislaufkollapsen und anderen Krankheiten. Zwei Drittel aller Mörder sind zur Tatzeit betrunken. Alkohol ist die häufigste Ursache von Selbstmorden und tödlichen Unfällen, Produktionsausfällen und Scheidungen. „Das vielleicht Schlimmste ist, dass vor allem die Jungen, Produktiven sterben, auf denen Russlands Wirtschaft, Armee und Gesellschaft aufbauen“, sagt Nermzow.
Als Wladimir Putin das Thema Ende April 2005 in einer Rede zur Lage der Nation ansprach, nannte der Präsident nur die 40000 Russen, die jedes Jahr durch Alkoholvergiftung sterben. „Unsere Führung hält es immer noch für zu peinlich, das wahre Ausmaß des Problems zuzugeben“, glaubt Nemzow. „Alkoholismus ist das größte Problem unseres Landes. Und das am stärksten verdrängte.“
Andere Wissenschaftler stützen Nemzow. Zwei Jahre lang erforschte ein russisch-englisch-deutsches Team in Ischewsk, einer typischen Industriestadt im Ural, alle Todesfälle von Männern im Alter zwischen 25 und 54 Jahren. Das Mitte Juni im englischen Medizinerblatt The Lancet vorgestellte Ergebnis: 43 Prozent aller Todesfälle waren auf Alkohol zurückzuführen. Vor allem, aber nicht nur Männer mit geringer Bildung trinken sich zu Tode: mit Wodka und selbstgebranntem Schnaps, mit Alkohol aus der Apotheke oder der Industrie oder mit alkoholhaltigen Fenstersputzmitteln.
Dass der Alkoholkonsum in Russland in die Höhe schnellte – unterbrochen nur von Michail Gorbatschows Nüchternheitskampagne Mitte der 80er Jahre – , liegt neben Gründen wie Arbeitslosigkeit und dem trostlosen Leben in Dörfern und Kleinstädten auch daran, dass Alkohol relativ gesehen immer billiger wird. „Seit Ende der Sowjetunion stiegen die Preise für Lebensmittel zweieinhalb Mal schneller als für Wodka“, sagt Nemzow. Die Russen trinken nicht nur genauso viel Schnaps wie früher, sondern zusätzlich auch Bier, Wein und Alko-Pops. Und es trinken immer mehr Frauen und Jugendliche.
Die Entziehungsklinik Nr. 12 ist als Einzige in Moskau auf Kinder und Jugendliche spezialisiert. Der 17 Jahre alte Alexander Kostjutschik trinkt „alles, was so anfällt“: Bier und Wodka, Dosencocktails mit Namen wie Jaguar oder Trophy. Und hat einer der Freunde, mit denen sich Alexander zum Trinken trifft, psychedelische Tabletten oder Marihuana dabei, sagt er auch nicht nein. Seine Spitzenleistung, sagt er, seien „zehn Liter Alkohol bei einer Sitzung“. Klinikdirektorin Veronika Gottlieb hält dies nicht für übertrieben.
„Die Kinder trinken in kolossalen Mengen. Sie steigen mit Bier ein, viele gehen zu Wodka über.“ Zwar sind die zwei Dutzend Klinikplätze meist belegt, doch eine Warteliste gibt es nicht. „Dabei müsste es sie geben, in einer Stadt mit Hunderten, wenn nicht Tausenden alkoholabhängiger Jugendlicher“, sagt Gottlieb.
Dass dies so ist, erklärt die Direktorin damit, dass in Russland „die Erkenntnis, wie sehr Alkohol unsere Gesellschaft zerstört, immer noch nicht sehr verbreitet ist. Selbst viele Kinder, die bei uns landen, und ihre Eltern, halten trinken für normal.“ Trinkerkomödien und Säuferballaden gehören in Russlands Film, Literatur und Musik zum festen Repertoire.
Der Produzent Alexander Naumow flog im Juni zum Urlaub in ein Fünf-Sterne-Hotel in die Türkei – zusammen mit mehreren hundert anderen Russen. „Fast alle meine Landsleute tranken Unmengen von Alkohol, viele schon am frühen Morgen“, beschreibt Naumow. „Nach einer Woche wankte einer von ihnen auf mich zu und stotterte stolz: Ich habe nur 1000 Dollar für das Hotel bezahlt – aber schon für 2000 gesoffen.“
Auch die Soziologin Darja Chalturina, die Alkohol für den den Hauptgrund für Russlands Bevölkerungsrückgang hält, sieht die kulturelle Akzeptanz des Trinkens in Russland als Problem. „Ein Mann gilt nur als cool, wenn er richtig saufen kann.“ Als sie im Mai 2006 in ihrem viel beachteten Buch „Das russische Kreuz“ Empfehlungen für eine staatliche Anti-Alkoholismus-Politik gab, ließ sie eine Aufklärungskampagne dennoch außer acht. „Erfahrungen anderer Ländern zeigen, dass solche Kampagnen nicht funktionieren.“ Stattdessen, empfahl Chalturina, solle der Kreml nach dem Vorbild etwa skandinavischer Länder den Wodkapreis vervielfachen, Schnapsverkauf in der Nacht und am Wochenende verbieten und ein Staatsmonopol für Produktion und Verkauf von Alkohol einrichten.
Doch kein prominenter Politiker nahm die Vorschläge auf. „Russland steht vor einer Parlaments- und Präsidentschaftswahl“, sagt Chalturina. „Der Kreml will sich nicht mit einem Feldzug gegen den Alkoholismus unbeliebt machen.“ Doch das Desinteresse hat nicht nur mit Wahlerwägungen zu tun.
„Wir versuchen seit Jahren vergeblich, im Parlament einen runden Tisch über Staatliche Alkoholpolitik zusammenzubringen“, beschreibt Chalturina. „Die Abgeordneten sagen uns offen, dass ihnen die Parteiführung dies verbietet. In Russland haben die Produzenten und Vertreiber von Alkohol eine starke Lobby im Parlament.“
Chalturina, 28 Jahre jung und voller Energie, gibt die Hoffnung nicht auf. „Mit einer konsequenten staatlichen Politik können wir den Alkoholismus besiegen – wie zuvor in Skandinavien oder Polen.“
Alexander Nemzow dagegen gibt eine kurze Antwort auf die Frage, was der Staat gegen den Alkoholismus tun kann: „Nichts.“ In der Jelzin-Ära klapperte Nemzow jahrelang die Büros hoher Kreml- und Regierungsbeamter ab und saß in einer Anti-Alkohol-Kommission des Nationalen Sicherheitsrats. „Ich habe unzählige Initiativen erlebt. Alle verliefen im Sand.“
In russischen Dörfern und Kleinstädten, in denen selbstgebrannter Schnaps dominiert, könne „keine Großmutter ihren Schnaps brennen, ohne dass ihr Revierpolizist dies erlaubt. Er wird entweder mit Geld geschmiert oder lässt sich mit Hochprozentigem auszahlen, weil er ja selbst trinken will.“
Auch die gut 120 Wodkafabriken Russlands, die mehrheitlich dem Staat gehören, würden nur in der Theorie streng kontrolliert. „In der Praxis regiert das Prinzip der dritten Schicht“, erklärt Nemzow. „Die staatlichen Kontrolleure verplomben abends die Abfüllanlagen. Dann bekommen sie ihr Bestechungsgeld, übergeben die Schlüssel, die Belegschaft produziert in der Nachtschicht billigen Wodka auf eigene Rechnung, und am Morgen wird alles verplombt, als ob nichts gewesen wäre.“
Wollte der Staat den Alkoholismus bekämpfen, glaubt Nemzow, „müsste er die allgegenwärtige Korruption ausrotten“. Die aber blüht im Russland Wladimir Putins mindestens so stark wie unter Vorgänger Jelzin oder hat gar zugenommen, wie Untersuchungen von Transparency International oder der Indem-Stiftung ergaben.
So lange dies so ist, bleiben nur Einzelinitiativen wie von Michail Morosow. Ausführlich erklärt er Olga Poljakowa, was sie bei einem Leben im Reha-Zentrum von Durakowa erwartet. Fernsehen ist ebenso tabu wie Mobiltelefone. „Du sollst Dich nicht weiter ablenken, sondern Antworten auf Deine Fragen finden – und zwar nüchtern.“ Höchstens sieben Prozent harter Alkoholiker schaffen den endgültigen Absprung, schätzt Morosow.
„Wir Trinker pflegen viele Illusionen – zum Beispiel die, dass wir mit dem Suff schnell aufhören könnten. Tatsächlich braucht es Jahre“, erklärt Morosow Olga. Eineinhalb bis zwei Jahre in Durakowa seien ein Minimum. „Niemand zwingt dich her zu kommen oder hier zu bleiben. Es ist deine Entscheidung.“
Bevor sie nach Durakowa kam, versuchte Olga der Flasche schon durch den Gang in ein Frauenkloster zu entfliehen. Doch die Disziplin der Nonnen, die neben dem Trinken auch das Rauchen verbot, hielt Olga nur ein paar Tage durch. Dann verschwand sie aus dem Kloster.
Olgas Vater erlitt einen doppelten Herzinfarkt. Als Tatjana Poljakowa ihre Tochter nach zwei Wochen wiederfand, holte sie sie aus einem Alkoholdelirium. Olga erinnert sich nur noch, wie sie die erste Flasche öffnete. „Ich habe viel getrunken und mich wunderbar gefühlt. Aber als ich wieder aufwachte, dachte ich, dass ich mich retten muss. Sonst trinke ich mich zu Tode.“
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Dokument erstellt am 20.07.2007 um 16:44:02 Uhr
Letzte Änderung am 20.07.2007 um 16:49:40 Uhr
Erscheinungsdatum 21.07.2007
FFF // 16. Juni 2009 um 10:57
Ich bin 25, und möchte mindestens 1 Kind… Eigentlich eigentlich genügt zunächst mal eines. Somit bin ich ein ziemlich durchschnittlicher Deutscher.
prausnitzer // 16. Juni 2009 um 11:20
Auf der Liste des Durschnittsalters kann die BRD guten Gewissens auf den letzten Platz gesetzt werden. Rechnete man den Migrantenanteil heraus, dürfte das Bevölkerungsdurchschnittsalter in der BRD bei um die 50 Jahre liegen!
Mit ihrer Bundesrepublik haben die Deutschen keine Zukunft mehr.
Kein Vergleich mit Japan. Das Inselreich Japan ist homogen. Das relativ hohe Durschnittsalter der Bevölkerung erklärt sich weniger aus drastischem Geburtenrückgang, sondern eher aus dem hohen Stand medizinischer Versorgung. Auch ist die soziale Geborgenheit der japanischen Gesellschaft Grund für die rechte hohe Lebenserwartung der Japaner.
Friederich // 16. Juni 2009 um 12:14
Ich habe mal gehört, daß es in Rußland vorkommt, daß Trinker nicht an Leberzirrhose sterben sondern an einem Speiseröhrendurchbruch, weil das Zeug, das teilweise gesoffen wird, so hochprozentig ist, daß es sich durch die Speiseröhre frißt.
Im Moment betreibe ich etwas Blogähnliches, die Geiernotizen. Technisch gesehen kein Blog, sondern ein Thread in einem stillgelegten Forum, in dem ich noch schreiben darf. Deswegen steht der älteste Eintrag oben, nicht der neueste, man kann sich aber durch die Seiten hangeln. Das ist aber knochenharter »christlicher Fundamentalismus«, also das, wovor immer gewarnt wird – gefällt sicher nicht jedem, muß aber auch nicht – Tagesthemen und anderes aus biblischer Sicht kommentiert, momentan ca. 2 Beiträge pro Woche. Ach so, der Link, hier ist er.
Socke // 16. Juni 2009 um 17:35
Kinder, ja, 3 stück wären doch eine sehr nette angelegenheit. man muss es ja auch nicht übertreiben und ich denke mit insgesamt 3 wäre ich sehr sehr glücklich. Nur ab wann ist man Migrant und ab wann Deutscher? Bei mir historisch gesehen nach stammbuch vaterseite deutsch-schottisch und die mutterseite ungarisch. Mutter Vater beide Deutsche, Sohn aus Stuttgart. Gut, also eher Schwabe denn Deutscher
Aber ab wann ist man dann Deutscher? Theoretisch ist ja bei so ziemlich jedem von uns irgendein „Ausländer“ drin, siehe Bevölkerungswanderungen im Mittelalter, die quer durch Deutschland durchgingen oder auch später. Also ist ja, zumindest nach der Ansicht auch ein Junge nun Deutscher und nichtmehr Migrant, wenn dessen Eltern/Großeltern aus der Türkei/Frankreich/Norwegen/woher auch immer nach Deutschland gekommen sind. Oder kann mir da jemand den Fehler in der Denke sagen?
politikredakteur // 16. Juni 2009 um 18:35
@Socke
Nun, der Fehler liegt dort, wo andere Migranten um 180 Grad anders denken als Sie.
Zum Beispiel die in Deutschland lebenden Türken, sowie eine Reihe Migranten aus anderen Ländern, betrachten sich selbst nicht als Deutsche. Ja, sie lehnen die Deutschen sogar massiv ab. Und dies, auch wenn sie den deutschen Pass tragen und ein Großteil ihrer Volksgenossen gern vom deutschen Sozialsystem lebt.
Zudem sind sehr viele hier lebende Migranten nicht auf normalem Weg zu uns eingewandert, also mit der Absicht, hier zu arbeiten, mit Freuden mit den Deutschen zu leben und selbst dereinst Deutscher zu sein. Viele schneien hier auf dem Wege des so genannten Asyls herein mit Aussicht auf lebenslange All-Inclusive-Einquartierung. Sie bleiben ewig fremd, weil sie auch nicht hierher passen, beruflich nicht mithalten können, und bekommen aber ein Dutzend Kinder. Von denen sind ebenfalls viele uns Deutschen nicht freundlich gesonnen, auch wenn sie auf dem Papier unsere Landsleute sind.
Sie werden nicht fordern, daß jemand, der sich selbst stolz als Türke bezeichnet (quasi als Türke mit BRD-Lappen), von uns als Deutscher bezeichnet werden kann. Und so ist die Einstellung der meisten.
Gleichzeitig ist abzulehnen, von Menschen, die Deutschland und die Deutschen nicht mögen, zu fordern, sich hier zu integrieren. Vor allem sollte man dies nicht mit Steuergeld forcieren. Wer sich einfach nicht als Deutscher fühlen mag und wem es hier nicht gefällt, der sollte mit seiner Familie in seine (frühere) Heimat aussiedeln.
Socke // 16. Juni 2009 um 20:10
fehler gefunden, da stimm ich zu.
Platon // 17. Juni 2009 um 00:00
@Friederich, Sir Toby
ALKOHOLSUCHT GRUND FÜR KINDERLOSIGKEIT IN RUSSLAND ?
Danke für die teils langen feed backs zu Rußland.
Alkoholsucht als Grund scheint mir deswegen interessant, weil es eben nicht interessant scheint – Alkohol war in Rußland immer ein Thema, das scheint bekannt, alt und banal.
Vielleicht ist genau das ein Fehler – und es verbirgt sich etwas anderes dahinter ?
Die dramatische Zunahme, die staatliche Protektion, die scheinbare Ausweglosigkeit – und
das in einem Land, das national selbstbewußt ist,
groß, reich an Ressourcen und von Goldman Sachs zu den aussichtsreichen BRIC Staaten gezählt wird.
Irgendetwas klafft da auseinander !
Friederich // 17. Juni 2009 um 00:04
Der Hauptgrund für die Kinderlosigkeit in Rußland ist sicher nicht der Alk, sondern, wie im Westen, der Hedonismus.
Alisa // 18. Juni 2009 um 17:51
Ich habe 2 erwachsene Söhne. Als allein erziehende Mutter hatte ich es nicht besonders einfach die Jungs groß zu ziehen. Beide waren gute Schüler, Alkohol und Drogenfrei. Beide haben eine Berufsausbildung, der Ältere hat nach seiner Ausbildung und Zivildienst unter harten Bedingungen studiert. Gerade als er die Fachhochschulreife begonnen hatte, habe ich meinen Arbeitsplatz auf Grund von Insolvenz verloren.
Früh von dem Vater meiner Kinder verlassen, ohne jede Chance auf Unterhaltszahlungen habe ich alles alleine gemanagt. Kindergeld hab ich natürlich bekommen und auch dringend gebraucht da ich nur einen Teilzeitjob hatte. Damals hab ich 1200 DM verdient. Es hat gerade so für Miete, Essen und Kleidung gereicht. Im Urlaub sind wir nie gewesen.
Aber es hat, entgegen der Meinung einiger Bekannter (Kinder aus sozial schwachen Familien haben eh keine Chance) ganz gut geklappt. Beide Jungs haben einen Arbeitsplatz, wobei der Jüngere seit fast 3 Monaten in Kurzarbeit ist.
Da meine Jungs hautnah erlebt haben wie es ist mit einem sehr geringen Familieneinkommen aufzuwachsen haben sie das Bedürfnis für ihre eigenen Kinder eine gewisse Sicherheit herzustellen.
Keiner von beiden denkt im Moment daran Kinder zu bekommen. Sie sehen ihr eigenes Leben im Moment als relativ perspektivlos an.
Sie sehen auch wie es ihrer Mutter ergeht. Ich habe nach intensiver Suche, da ich nun mal über 35 bin, noch einen Teilzeitarbeitsplatz finden können. Darüber bin ich mehr als froh! Die gleiche Stundenanzahl wie damals, jedoch verdiene ich umgerechnet jetzt 1000,- DM für meine 500 Euronen bekomme ich nicht das gleiche wie vor 30Jahren für meine 1200 DM. Das weiß aber nun wirklich jeder.
Wirtschaftlich habe ich mich also verschlechtert und es ist mir im Lauf meines Lebens nicht gelungen mir eine gewissen sozialen Status zu erarbeiten.
Daher bin ich arm, aber ich habe erfolgreich einen Ingenieur und einen Techniker als erfolgreiche Steuerzahler großgezogen.
Sollte ich das Rentenalter erleben kann ich mich umgehend in irgend einen See werfen, denn da reicht es mir zum Leben gar nicht mehr.
So geht es vielen Menschen mit Kindern in diesem Land und sie jammern nicht. Dies ist das aller erste Mal das ich informativ meine Situation dargestellt habe.
politikredakteur // 18. Juni 2009 um 18:03
@Alisa
Wonach sollte man streben: Die Wahrheiten zu ergründen über unser Leben und die Welt, in der wir uns bewegen. Im Kleinen wie im Großen. Und gemeinsames Glück in einer Familie erleben.
Danke für Ihren offenen Beitrag.
Jürgen // 3. August 2009 um 16:50
Warum in Deutschland keine Kinder ? Warum milde Strafen für Gewaltverbrecher ? Immer noch ein 80 Mill. Volk ? – Einfach die Umerziehung der Deutschen ist in vollem Gange (siehe Morgenthau-Plan) . … oder nennt man es auch die langsame Ausrottung der Deutschen und deren Kultur ? 1. Frage: … weil feiern, nichts tun und Party – machen besser ist als arbeiten. 2. Frage: Ein einfaches Mittel um die Bevölkerung mit rechtsstaatlichen Mitteln zu demoralisieren. 3. Frage: 20 Mio. Fremde (keine Studenten, Urlauber, Besucher etc.) und eine gleich hohe Dunkelziffer. Die obigen Rezesionen spiegeln den Wahrheitsgehalt dieser Rechnung. Wer mitdenkt und mitmacht, kann sich die Fragen selbst beantworten.