DEUTSCHLANDPOLITIK

Schickte Staat Klischee-Nazis zur Pro-Köln-Kundgebung?

14. Mai 2009 · 10 Kommentare

Das islamkritische Portal PI hat einige Teilnehmer des von Pro-Köln organisierten Anti-Islamisierungskongreßes unter die Lupe genommen und dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Es sieht ganz so aus, als habe irgendwer zwei Provokateure in die bürgerliche Kundgebung geschleust, welche offenbar den Auftrag hatten, für die Staatsmedien Foto- und Filmmotiv zu spielen. PI nennt die beiden Klischeenazis treffenderweise “Dick und Doof” und schildert, wie sich die beiden Skinheads unnatürlich exponiert verhielten, sobald Fotografen und Kameraleute auftauchten. Auffallend: Immer in der Nähe war WDR-Kameramann Oliver Köhler (Foto r.), der die beiden in seinen Bericht für die „Aktuelle Stunde“ gleich dreimal hineinschnitt. War der WDR-Filmer am Ende über die eingeschleusten agents provocateurs informiert worden? Zeugen behaupten, die beiden Neonazischauspieler seien sogar im selben U-Bahnwaggon angereist wie der WDR-Mann. War es ein abgekartetes Spiel, um Pro-Köln in ein schlechtes Licht zu rücken?

Laut PI waren die beiden erst etwas später zur Kundgebung gestoßen und fielen mehreren Teilnehmern unangenehm auf. Nicht nur, weil sie sich medienwirksam gleich in die erste Reihe vor das Podium stellten, ohne Rücksicht auf diejenigen zu nehmen, die sich bereits länger dort aufhielten, sondern in erster Linie wegen ihres auffälligen Erscheinungsbildes, das sich stark von dem aller anderen Teilnehmer unterschied.

“Dick”, der unrasierte mit der hohen Stirn und dem ausgeprägten Doppelkinn, trug einen Pulli der rechtsextremistischen Berliner Band “Deutsch – Stolz – Treue” (D.S.T.). Darunter prangerte in roter Schrift “Ave & Victoria” (Heil & Sieg) und auf der Rückseite “Eure Galgen werden schon gezimmert…”. Beim Abspielen der Nationalhymne verhielt er sich übertrieben pathetisch.

“Doof”, der kleinere von den beiden, hatte einen kahlrasierten Kopf und übernahm damit den erwünschten Part des klassischen Neonazis – allein die Springerstiefel als auffälliges Merkmal fehlten. Doof wirkte in seinem ganzen Auftreten ziemlich nervös, beim Abspielen der Nationalhymne hielt er sich wie sein Pendant Dick die rechte Hand auf die Brust.

Für die Medien waren Dick & Doof die perfekten Klischeenazis, um Pro Köln in ein zwielichtiges, extremistisches Licht zu setzen. Entsprechend stürzten sich – speziell beim Abspielen der Nationalhymne – die Fotografen auf die beiden agents provocateurs.

Hier ein 5 Sekunden-Video der zwei während der Kundgebung:

PI fährt mit seiner Analyse fort:

Dabei fallen die unkoordinierten Armbewegungen der beiden auf, die auf eine gewisse Unsicherheit schließen.

Vermutlich Lampenfieber.

Verdächtig: Doof fasst sich an sein rechtes Ohr. Muss er vielleicht seinen Kopfhörer richten? Wenn ja, warum trägt er während einer Kundgebung, bei der man normalerweise den Redner zuhört, Ohrstöpsel?

Ihren “stärksten” Einsatz hatten Dick & Doof, als sich Gegendemonstranten auf den Kundgebungsplatz begaben und provozierten. Natürlich gesellten sie sich mitten rein und pöbelten in schlechtem Deutsch lauthals in die Mikrofone:

“Geh doch zu Hause, Du alte Scheiße!”

Der Kölner Express schnappte diese Steilvorlage auf und präsentierte sie seinen Lesern als Video.

Man beachte in diesem Video auch, wie der Kameramann ständig auffällig zwischen einer Rangelei und dem Nazischauspieler „Dick“ hin- und herschwenkte und plakativ versuchte, den massigen Provokateur, der an der Rangelei gar nicht beteiligt war, in seinen Film mit einzubeziehen. Das Ganze wirkt wie einstudiert. Vielleicht gehörte ja sogar der linke Krawallmacher in dieser Szene zu den „Komparsen“?

Skurill: Auch dem Ehrenfelder pro-Köln-Fraktionsvorsitzenden Jörg Uckermann fielen die beiden Provokateure auf und er ersuchte die Polizei, sie vom Kundgebungsgelände zu entfernen. Die Polizei lehnte ab mit der Begründung, dass dies nur der Veranstaltungsleiter – in dem Fall Manfred Rouhs – veranlassen könne. Also holte Uckermann Rouhs herbei, der sich zu dem Zeitpunkt auf der Bühne befand, und schwupps – hatte der Express das gewünschte Bild: der durch seine Vergangenheit vorbelastete Rouhs auf einem Foto mit den beiden Klischeenazis. “Doof” musste übrigens nach Rouhs’ Intervention eine Jacke über seinen Pulli ziehen.

So stand die Story dann am Sonntag im Kölner Express:

Auch der Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlichte in seiner Bildergalerie ein Foto der beiden.

Alles Zufall?

Inzwischen haben sich auch Markus Beisicht und Jörg Uckermann zu dem Vorfall geäußert:

Überraschen würde all dies nicht. Der Staat greift bereits seit Jahren in übelste Trickkisten, um sich seine rechtsdemokratische Konkurrenz vom Leibe zu halten. Nicht zuletzt sei daran erinnert, daß mehrere Politiker offen zugegeben haben, daß sie durch eingeschleuste Verfassungsschützer die NPD von innen lenken. Und über die von ihren eigenen Agenten angerichteten Entgleisungen berichten dann zunächst die eigens abgerichteten Nazijägerjournalisten, bevor sich die Mainstreammedien auf derartige Steilvorlagen stürzen.

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Kategorien: Politik · Rechte Parteien
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10 Antworten bis hierher ↓

  • aloha // 14. Mai 2009 um 14:56

    Zuzutrauen ist es den Berufslügnern vom Staatsfernsehen.

  • Der scharlachene Prinz jedes Übermuts // 14. Mai 2009 um 15:18

    Schlimm wie man sofort in die Nazi Ecke geschoben wird wenn man nur seine eigene Kultur verteidigen will.
    Gewisse Kreise wollen uns Deutsche auf die Ewigkeit ein schlechtes Gewissen einreden.
    Die Geschichte die in der Schule gelehrt wird ist die Geschichte der Sieger, siehe: http://www.youtube.com/watch?v=FiWPfa4CtGk

    film über machtstreben des britishen u. amerikanischen Weltreiches: http://www.youtube.com/watch?v=tL1_RhrfSY4

    wer hat den 2.weltkrieg angezettelt ?

  • Leon // 14. Mai 2009 um 15:59

    @Der scharlachene Prinz jedes Übermuts (FETTER Nick!) fragt:

    „wer hat den 2.weltkrieg angezettelt ?“

    Dr. Watson vermutet: Der, der daran verdient.

    Hitoriker vermuten: Der, der den Versailler Vertrag veranlaßt hat.
    ___

    Ein Witz:

    „Dr.“ Pfeiffers Spezialstudie zu wachsendem rassistischem Deutschenhaß:

    Er befragt deutsche Schüler zu: „Türken ‘raus, Deutsche sind die Größten!!“

    Finden ~10% gut.

    Dann befragt er türkische Schüler zu „Türken ‘raus, Deutsche sind die Größten!!“

    Findet nur 0,1% gut.

    Also Deutsche sind 100x ausländerfeindlicher als Türken. Von „Dr.“ Pfeifer (SPD) somit persönlich bewiesen.

    http://www.kristina-koehler.de/bundestag/reden/2008/stellungnahme-zur-panorama-sen/

    Stellungnahme zur Panorama-Sendung zum Thema „Deutschfeindlichkeit“ vom 24. Januar 2008

  • Leon // 14. Mai 2009 um 16:26

    Hört hört! Zitierfähiges aus der linken Ecke:

    „Klischees…. vielleicht sollten einige von euch erst mal selber das Parteiprogramm von Pro Koeln durch lesen und dann ueber die Partei urteilen.Im Verfassungsschutz steht uebrigens nur, dass die Partei „verdaechtig“ wird mit dem Rechtsextrimusmus zu tun zu haben.(wie auch immer die genaue Formulierung ist).Da dies jede Partei rechts von CDU wird, ist das schon mal sehr schwach.Wie meine Vorredner schon gesagt haben, hilft stumpfe Antinazi-hetze nicht viel, sondern provoziert nur massive Gewalt der Linken, wie beim letzten Kongress.Pro NRW und Pro Koeln, haben uebrigens vor Auslaenderkinder besonders frueh zu foerdern, damit sie in der Schule besser mit kommen ( sehr rechtsextrem).Man sollte einfach zur Vernunft kommen und normal mit den Anhaengern von Pro Koeln reden und diskutieren, vielleicht sind einige zu ueberzeugen, eventuell ueberzeugen aber auch welche irgendwie euch, das ist es was meiner Meinung nach den Meisten Angst macht.“

    netz-gegen-nazis.de/frage/wie-kann-man-der-pro-koeln-intelligent-entgegenwirken

  • Fussballer // 14. Mai 2009 um 17:13

    Natürlich ist der Auftritt der beiden getürkt… einfach lächerlich. Ich frage mich ob die Pressehuren nicht begreifen, dass sie mit dem torpedieren von Pro-Köln ihre eigene Zukunft verbauen.

  • Mark Kant // 14. Mai 2009 um 21:19

    Eine politische Alternative zu den etablierten Parteien soll unter allen Umständen verhindert werden, mit allen Mitteln. Das geht nicht ohne Lügen – und nicht ohne „Nazis“. Sind diese nicht vorhanden, werden sie erfunden. Die Nazikeule ist die letzte Verteidigungswaffe der antideutschen Gutmenschen. Und immer an vorderster Front mit dabei, die Nazijägerjournalisten:

    http://deutschlandpolitik.wordpress.com/2009/02/16/der-stolz-der-nation-nazijagerjournalisten/

  • Foto: Unsere objektiven Medien bei der Arbeit « DEUTSCHLANDPOLITIK // 14. Mai 2009 um 22:05

    [...] dessen Name uns nicht bekannt ist, hätte sicherlich liebend gern am Tag darauf auch den Neonazischauspieler gemimt, den das WDR offenbar extra bestellt und in die Pro-Köln-Kundgebung geschickt hat, um die [...]

  • Kommunisten demonstrieren gegen Bilderberg: Auf Einladung Kissingers? « DEUTSCHLANDPOLITIK // 16. Mai 2009 um 17:44

    [...] zu rücken. Das hatte am vergangenen Wochenende zum Beispiel das WDR erkannt und schickte zwei Neonazischauspieler in eine Pro-Köln-Veranstaltung, um mit unvorteilhaften Bildern der eigens eingeschleusten Proleten [...]

  • Karikatur: Wie der WDR über “Nazis” berichtet « DEUTSCHLANDPOLITIK // 16. Mai 2009 um 19:31

    [...] Hintergrund: Schickte Staat Klischee-Nazis zur Pro-Köln-Kundgebung? [...]

  • prausnitzer // 17. Mai 2009 um 11:18

    Gedankliche Klarheit und sprachliche Ausdrucksfähigkeit bei Markus Beisicht und Jörg Uckermann lassen sehr zu wünschen übrig. Ihre politischen Gegner schickten ihnen offenbar zwei Provokateure auf den Hals. Das Vernünftigste wäre nun, zu untersuchen, inwieweit offizielle Stellen der BRD und des WDR hinter so einer Lumperei gestanden haben. In einer rechtsstaatlichen Demokratie ist dies ein hochgradiger Skandal und müßte Konsequenzen für die Urheber haben. Stattdessen lenken die beiden vom eigentlichen Faktum ab und kaprizieren sich auf den Spruch, den einer der beiden auf seiner Jacke getragen hat:

    „Eure Galgen werden schon gezimmert.“

    Juristisch belanglos. Niemand wird damit angegriffen, bedroht oder beleidigt. Wer davon schockiert ist, ist ein Heuchler.

    „Les Aristocrats a la Laterne“ sangen die Franzosen ab 1792. Das war dagegen deutlich. Und das ist heute fast ein klassisches Bonmot.

    Wenn sich Pro-Köln weiterhin in Öffentlichkeit so belanglos gibt, wie ein Kleingärtner- oder Kaninchenzuchtverein, wird es eine nur zu belächelnde lokalpolitsche Episode bleiben.

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